Insolvenzen in Deutschland – Lage im Januar 2026: Krise, Rekordzahlen & Folgen

Die Insolvenzlage in Deutschland zu Beginn des Jahres 2026 bleibt angespannt und zeichnet das Bild einer Wirtschaft, die weiterhin unter strukturellen Belastungen leidet und deren Zahl der Unternehmens- und Verbraucherinsolvenzen nach wie vor auf hohem Niveau ist.

📈 Weiter steigende Unternehmensinsolvenzen

Experten und Wirtschaftsverbände warnen, dass die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf einem ungewöhnlich hohen Niveau liegt – teils auf dem höchsten Stand seit mehr als einem Jahrzehnt. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) berichtet, dass die Insolvenzzahlen bei Unternehmen im Dezember 2025 um zweistellige Prozentsätze gegenüber dem Vorjahr gestiegen sind. Dieser Trend setzte sich in den ersten Wochen des Jahres fort, da weiterhin viele Betriebe Anträge stellen oder sich in Schieflage befinden. 

Nach vorläufigen Daten einer Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) blieb die Zahl der Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften im Dezember 2025 deutlich höher als im Vorjahr, was darauf hindeutet, dass auch zu Beginn von 2026 kein Rückgang zu erwarten ist. 

Zudem erreichte Deutschland laut einer IWH-Analyse im Jahr 2025 die höchste Zahl an Unternehmensinsolvenzen seit mehr als 20 Jahren – mit steigender Tendenz in der zweiten Jahreshälfte, was sich auch auf den Januar 2026 auswirkt. 

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Betroffene Unternehmen und Branchen

Einzelne prominente Insolvenzen illustrieren die Lage:

  • Revo Hospitality Group – Der Franchisegeber mit über 100 Hotels meldete Insolvenz an, was einen der gravierendsten Einschnitte in der Hotellerie seit der Pandemie markiert.
  • Theo Wormland GmbH – Der traditionsreiche Herrenausstatter stellte den Geschäftsbetrieb ein, nachdem Sanierungsversuche gescheitert waren.
  • Native Instruments – Auch im Technologiesektor kam es zu Insolvenzen, was die Breite des Problems unterstreicht.
  • Krankenhäuser in Berlin stehen vor dem Aus oder kämpfen mit Insolvenzrisiken, was die Folgen bis in die kritische Infrastruktur hinein spürbar macht.

Zusätzlich sind viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) betroffen, insbesondere solche, die bereits seit längerem unter hohen Energie- und Personalkosten, schwacher Nachfrage und Konkurrenzdruck leiden. 

⚠️ Ursachen für die Insolvenzentwicklung

Die Gründe für die anhaltend hohe Zahl an Insolvenzen sind vielschichtig:

  • Schwaches Konjunkturumfeld und geringe Wachstumsraten bremsen Umsatz und Investitionen.
  • Hohe Betriebskosten, insbesondere Energie- und Personalkosten, belasten vor allem kleinere Betriebe.
  • Strukturelle Herausforderungen, etwa hoher Bürokratieaufwand oder unzureichende Digitalisierung, verschärfen die Lage.
  • Globale Unsicherheiten im Handel und geopolitische Risiken vermindern die Planungssicherheit für Unternehmen.

Der Präsident des IWH spricht von notwendiger „kreativer Zerstörung“, also dem Aufbrechen nicht wettbewerbsfähiger Strukturen – sieht darin jedoch auch eine Chance für künftiges Wachstum, sofern Reformen und Investitionen folgen. 

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Arbeitsmarkt & volkswirtschaftliche Auswirkungen

Die Insolvenzen wirken sich nicht nur auf die betroffenen Firmen, sondern auf die gesamte Volkswirtschaft aus:

  • Arbeitsplätze gehen verloren oder geraten in Gefahr, da Insolvenzen oft Personalabbau nach sich ziehen.
  • Lieferketten leiden, weil Gläubiger und Zulieferer Forderungen abschreiben müssen.
  • Verbrauchervertrauen und -ausgaben werden gedämpft, was eine mögliche Spirale in Richtung Nachfragerückgang befördern kann.

Experten warnen daher davor, die Insolvenzentwicklung zu unterschätzen, insbesondere in Regionen mit hoher Dichte an kleinen Betrieben oder strukturschwachen Regionen.

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Ausblick für 2026

Ökonomen sind sich weitgehend einig, dass die Insolvenzzahlen auch in den kommenden Monaten nicht dramatisch abnehmen werden, solange die Rahmenbedingungen für Unternehmen schwierig bleiben. Eine Verbesserung des Wachstums, politische Entlastungen oder strukturelle Reformen könnten zwar helfen, doch die Ungewissheit bleibt hoch. 

📌 Fazit

Die Insolvenzlage in Deutschland im Januar 2026 zeigt ein belastetes Bild:

Die Zahl der Insolvenzen bleibt auf einem historisch hohen Niveau, zahlreiche Branchen und Unternehmensgrößen sind betroffen, und strukturelle Herausforderungen belasten die Wirtschaft nachhaltig. Betroffene Unternehmen und Gläubiger sollten wachsam bleiben und rechtzeitig professionelle Beratung zu Insolvenz, Restrukturierung oder Forderungsdurchsetzung in Anspruch nehmen.